Der WLSB hat das Seminar „Krafttraining für Kinder und Jugendliche“ neu im Programm. Am 18. und 19. Juni findet es an der Landessportschule Albstadt statt. WLSB-Studienleiter und Referent Michael Beck gibt im Interview mit SPORT in BW erste Einblicke in Konzetion und Inhalte.
Welche neuen Erkenntnisse gibt es zum Krafttraining bei Kindern?
Die aktuelle Forschung räumt mit alten Mythen auf und zeigt, dass die Kraftentwicklung im Kindesalter ein hocheffektiver, aber primär neurologisch gesteuerter Prozess ist, der enormes Potenzial bietet – unter anderem durch Anpassungen im Nervensystem, Verbesserung der intramuskulären Koordination und vieles mehr. Selbstverständlich gilt dabei, einseitige Extrembelastungen zu vermeiden.
Für welche Sportarten ist es besonders hilfreich?
Grundsätzlich gilt: Kraft ist eine Basisfertigkeit, die in jeder Sportart eine zentrale Rolle spielt. Aber sie kann unterschiedliche Funktionen haben. Beispielsweise beim Gerätturnen oder Ringen ist Kraft wie eine „Eintrittskarte“, ohne die die Techniken nicht sicher oder gut ausgeführt werden können. In anderen Sportarten wie Leichtathletik oder Fußball dient sie eher dazu, die Bewegungsökonomie zu verbessern. Für alle Sporttreibenden gilt, dass eine stabilere Physis vor Verletzungen schützt.
Wie gelingt es, das Krafttraining motivierend zu gestalten?
Für Kinder und Jugendliche muss das Krafttraining weit mehr sein als das bloße Abarbeiten von Geräten. Die Gestaltung sollte sich eng an deren Entwicklung orientieren. Für Kinder im Grundschulalter sollte Krafttraining etwa als spielerische Herausforderung wahrgenommen werden, zum Beispiel durch knifflige Aufgaben oder kontrolliertes Kräftemessen mit einem Partner. Mit zunehmender Reife ändert sich die Motivation.
Inwiefern?
Viele Jugendliche entwickeln ab einem Alter von etwa zwölf bis 14 Jahren ein Interesse an „echtem“ Krafttraining, da sie körperliche Veränderungen bewusster wahrnehmen und sich an Vorbildern orientieren. Hier darf das Training strukturierter werden, sollte aber weiterhin vielfältig und global sein, statt einzelne Muskelgruppen isoliert zu trainieren. Die sichtbare Leistungssteigerung und der Bezug zur eigenen Sportart ist die wichtigste Motivationsquelle.
Sie wollen mehr erfahren? Weitere Informationen und die Anmeldung zum Seminar finden Sie hier.